Anke Lettau (WBA Thüringen): Herzlich willkommen zum zweiten Podcast „Gute Beispiele aus der Praxis“ der Weiterbildungsagentur Thüringen. Mein Name ist Anke Lettau und ich bin heute zu Gast bei Frau Dietzel vom AZURIT Seniorenzentrum in Erfurt. Das heutige Thema ist die Beschäftigtenqualifizierung – ein Förderinstrument der Agentur für Arbeit für Unternehmen. Frau Dietzel, möchten Sie sich kurz vorstellen?
Anne-Kathrin Dietzel: Schön, dass Sie da sind! Mein Name ist Anne-Kathrin Dietzel, ich arbeite seit März 2023 als Einrichtungsleitung hier im Seniorenzentrum in Erfurt. Unsere Einrichtung besteht seit 15 Jahren und hat Platz für 147 Bewohner. Gemeinsam mit dem Catering- und Reinigungsteam trage ich die Verantwortung für rund 140 Mitarbeitende.
Anke Lettau: Ihr Unternehmen arbeitet ja schon länger eng mit dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Thüringen Mitte zusammen. Wie kann ich mir die Betreuung vorstellen?
Anne-Kathrin Dietzel: Wir pflegen einen sehr engen und unkomplizierten Austausch per Telefon und E-Mail. Als Unternehmen nutzen wir das Onlineportal der Agentur für Arbeit, worüber wir Bescheide erhalten und Anfragen stellen können. Zudem stehen wir im persönlichen Austausch: Die zuständige Mitarbeiterin kommt direkt zu uns vor Ort, bringt Bildungsgutscheine mit und klärt Fragen auf kurzem Weg. Die Zusammenarbeit ist sehr gut und entspannt.
Anke Lettau: Wenn wir auf die Beschäftigtenqualifizierung schauen: Wie funktioniert diese Förderung aus Arbeitgebersicht und wie läuft die Antragstellung ab?
Anne-Kathrin Dietzel: Es wird immer schwieriger, junge Menschen für eine Pflegeausbildung zu gewinnen. Wir merken aber, dass ungelernte Hilfskräfte oder Quereinsteiger, die schon länger bei uns sind, sich oft gerne weiterbilden möchten. Das Problem: Es sind gestandene Menschen mit Familie, Wohnung und Fixkosten – sie können nicht von einem normalen Ausbildungsgehalt leben. Die Förderung der Agentur für Arbeit ermöglicht es diesen Menschen, eine Ausbildung auf dem zweiten oder dritten Bildungsweg bei vollem Gehaltsbezug zu absolvieren. Das stärkt auch die Mitarbeiterbindung enorm.
Ein konkretes Beispiel ist ein Kollege Ende 40, der aus dem Krankentransport zu uns kam. Er hat über die Förderung eine einjährige Ausbildung zum Pflegehelfer absolviert und steht nun vor der letzten Prüfung. Wir haben den Arbeitsvertrag bereits verlängert, und er bleibt uns dauerhaft als qualifizierte Kraft erhalten.
Anke Lettau: Und wie empfinden Sie den bürokratischen Aufwand bei der Antragstellung?
Anne-Kathrin Dietzel: Ich empfinde das über das Onlineportal als sehr einfach. Man kriegt direkt die passenden Links zu den Anträgen. Besonders unkompliziert sind die Sammelanträge, wenn man mehrere Mitarbeitende gleichzeitig in die Ausbildung schickt. Und falls doch mal eine Frage offen ist, hilft der Arbeitgeberservice sofort telefonisch weiter.
Anke Lettau: Würden Sie anderen Unternehmen raten, diesen Service und die Beschäftigtenqualifizierung zu nutzen?
Anne-Kathrin Dietzel: Ich kann es jedem Unternehmen nur dringend empfehlen. Es nimmt den Mitarbeitenden die finanziellen Ängste vor einer Weiterbildung, und man zeigt als Arbeitgeber, dass man sich kümmert. Das stärkt die Loyalität zum Betrieb.
Anke Lettau: Ein wunderbares Schlusswort. Vielen Dank, Frau Dietzel, für diese Einblicke in Ihre Praxis. Und danke an unsere Zuhörer – bis zum nächsten Mal mit weiteren guten Beispielen der Weiterbildungsagentur Thüringen!
